R46

Was ist R46?

Die UN ECE-Regelung Nr. 46 (R46) regelt Einrichtungen für indirekte Sicht und deren Einbau, indem sie ein Prüfverfahren anwendet, um festzustellen, ob alle obligatorischen und fakultativen Lkw-Spiegelklassen dem Fahrer die Sicht auf ein bestimmtes Mindestsichtfeld ermöglichen. Nur Kamera-Monitor-Systeme mit einer Genehmigung nach UN ECE-Regelung Nr. 46 können anstelle eines vorgeschriebenen Spiegels eingebaut werden.

Geräte für indirektes Sehen

Jedes Jahr werden Hunderte von Menschen, zumeist schwächere Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer, bei Zusammenstößen mit schweren Lkw getötet oder schwer verletzt.

Diese Unfälle sind größtenteils darauf zurückzuführen, dass die Fahrer andere Verkehrsteilnehmer in den toten Winkeln, die sich in unmittelbarer Nähe ihrer Fahrzeuge befinden, nicht sehen können.

Um dieses Problem zu beseitigen, wurden europäische Richtlinien eingeführt, die den Einbau von Geräten in großen Lastkraftwagen über 3,5 Tonnen vorschreiben, die den Verkehr in Bereichen neben dem Fahrzeug beobachten, die nicht durch direkte Sicht erfasst werden können. Diese können
Dies können herkömmliche Spiegel, Kamera-Monitor-Systeme oder andere Einrichtungen sein, die dem Fahrer Informationen über das indirekte Sichtfeld liefern.

Für schwere Lastkraftwagen sind vier Klassen von Spiegeln mit indirektem Sichtfeld vorgeschrieben: Klasse II (Hauptseitenspiegel), Klasse IV (Weitwinkelseitenspiegel), Klasse V (Nahbereich - Bereich des toten Winkels direkt neben und unter der Beifahrertür) und Klasse VI (Frontbereich - toter Winkel unmittelbar vor dem Fahrzeug - unter 7,5 Tonnen fakultativ) sowie fakultative Spiegel für Klasse I (Innenraum) und Klasse V (Nahbereich auf der Fahrerseite).

Kamera-Monitor-System

Warum anstelle eines Spiegels?

Für einen Fahrer ist es wichtig, die toten Winkel rund um sein Fahrzeug zu sehen. Die Verwendung eines Kamera-Monitor-Systems für die Sicht anstelle von Spiegeln kann viele Vorteile bieten:

  • Eine Kamera hat einen weiten Blickwinkel, der es dem Fahrer ermöglicht, mehr als den erforderlichen Bereich der Spiegelklasse auf dem Monitor zu sehen. Der Fahrer muss sich nicht physisch bewegen, um einen größeren Bereich zu sehen, wie es bei einem Spiegel notwendig wäre.
  • Aufgrund ihrer Größe und des Abstands, in dem sie herausragen, sind Spiegel anfällig für Stöße und Brüche. Eine kleine, bündig eingebaute Kamera verringert das Risiko von Beschädigungen und senkt die Wartungskosten und Ausfallzeiten des Fahrzeugs. Das Ersetzen von Spiegeln durch Kameras verbessert auch die Aerodynamik, was zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch beiträgt.
  • Tiefstehende Sonne und Scheinwerfer können den Fahrer blenden und das Erkennen von Objekten in den Spiegeln erschweren oder unmöglich machen. Ein Kamerasystem passt sich automatisch an die Lichtverhältnisse an, reduziert die Blendung erheblich und verbessert so die Sicht des Fahrers, indem es ein klares Bild auf dem Monitor anzeigt.
  • Die Sichtbarkeit bei Nacht ist einer der Hauptvorteile, die ein Kamerasystem gegenüber einem Spiegel hat. Die Hochleistungs-Infrarot-LEDs der Kamera verbessern die Sicht bei schwachem Licht erheblich und liefern auch bei völliger Dunkelheit ein klares Bild auf dem Monitor. Spiegel ermöglichen keine Sicht in der Dunkelheit.
  • Die Verwendung von Spiegeln im Regen ist eine Herausforderung. Der Fahrer muss nicht nur das Fahrzeug und die Umgebung im Spiegel sehen, sondern auch durch eine ebenso nasse und manchmal beschlagene Scheibe. Wasser und Schmutz verdecken die Sicht und schränken die Sicht des Fahrers erheblich ein. Die Blende der Kamera fokussiert durch das Wasser auf der Linse hindurch, so dass die Sicht bei jeder Art von Umgebung und Wetterbedingungen erhalten bleibt. Eine beheizte Kamera hilft außerdem, das Objektiv frei von Feuchtigkeit zu halten.
  • Aufzeichnungen von am Fahrzeug montierten Kameras können bei Unfällen und Gerichtsverfahren unwiderlegbare Beweise liefern und bieten Schutz für Fahrer, die nach einem Vorfall oft einer verstärkten Kontrolle ausgesetzt sind

Kombinierte Tische

Beispiel für R46-konforme Kameramontagehöhen.

Die Einbauposition der Kamera ist abhängig von der Entfernung zwischen dem Auge des Fahrers und dem Monitor.

Bei korrekter Installation kann ein nach R46 zugelassenes Kamera-Monitor-System einen herkömmlichen Spiegel ersetzen.

Beispiel einer Installation

Anhand der Tabellendaten zeigen diese Abbildungen die minimalen und maximalen Kamerainstallationshöhen für die Einhaltung von R46 bei Verwendung einer VBV-320C Kamera und eines VBV-770M Monitors für Bereiche der Klassen V und VI bei einem Betrachtungsabstand von 1000 mm.