Wie unterscheiden sich die Verkehrsregeln in Großbritannien und Europa?

Emily Hardy, Marketing-Managerin bei Brigade Electronics UK, erläutert die unterschiedlichen Verkehrsregeln in Großbritannien und Europa sowie die Infografik von Brigade, in der die Vorschriften und Ausrüstungsanforderungen der einzelnen Länder übersichtlich dargestellt sind.

Für Flottenbetreiber, die Fahrzeuge im grenzüberschreitenden Verkehr zwischen Großbritannien und Europa einsetzen, kann das Verständnis der unterschiedlichen Straßenverkehrsvorschriften und Sicherheitsspezifikationen verwirrend sein.

Die Sicherheit im Straßenverkehr hat sich in den letzten 50 Jahren stark verbessert, und die weltweiten Bemühungen haben dazu geführt, dass unsere Straßen heute sicherer sind als je zuvor.

Die Zahl der Menschen, die auf Europas Straßen ihr Leben verloren, ist in den letzten 10 Jahren um durchschnittlich 37 % gesunken. Diese Zahl liegt jedoch unter dem EU-Ziel von 50 %, und leider ist die Zahl der Toten und Verletzten bei Verkehrsunfällen in allen europäischen Ländern nach wie vor hoch.

Bemühungen um bessere Vorschriften im Straßenverkehr in Großbritannien und Europa

Die Bemühungen um mehr Sicherheit im Straßenverkehr haben im Vereinigten Königreich und in Europa zu einer Reihe von unterschiedlichen Straßenverkehrsvorschriften, Regeln und Spezifikationen für verschiedene Fahrzeugtypen geführt. Die Straßenverkehrsvorschriften werden von der zuständigen Behörde des jeweiligen Landes überprüft und erlassen, so dass sich die Regeln zwangsläufig von Land zu Land unterscheiden. Der Übergang vom Linksverkehr zum Rechtsverkehr im Vereinigten Königreich und in Europa macht die Sache noch komplizierter. Dies kann für Fuhrparks, die über mehrere Grenzen hinweg unterwegs sind, oft eine Herausforderung darstellen.

Nach Angaben des britischen Verkehrsministeriums (DfT) wurden im Jahr 2020 99 % der von im Vereinigten Königreich zugelassenen Lkw beförderten Güter in die oder aus der EU-15* befördert, und 18 % dieser Fahrten fanden zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich statt.

Infografik zum Fahren in Europa

Regularien nach Land

Der britische Direct Vision Standard

Im Oktober 2020 wurde im Vereinigten Königreich der Direct Vision Standard eingeführt. Als erstes Gesetz dieser Art in Europa schreibt es vor, dass alle Lastkraftwagen mit einem Gewicht von mehr als 12 Tonnen eine Genehmigung benötigen, um in den Großraum London zu fahren, auch Fahrzeuge von außerhalb des Vereinigten Königreichs.

Um eine Genehmigung zu erhalten, werden die Fahrzeuge mit einem Stern bewertet, und Fahrzeuge mit 0-1 Stern (0-3 Sterne ab 2024) müssen mit dem DVS Safe System ausgestattet sein. Dazu gehören Seitenkameras, Ultraschallsensoren für den Nahbereich des Fahrzeugs und ein Warnalarm, der beim Abbiegen des Fahrzeugs ausgelöst wird. Für Fahrzeuge außerhalb des Vereinigten Königreichs kann dies jedoch zu Schwierigkeiten führen, da die gesetzlichen Bestimmungen für die Sicherheitstechnik von Nutzfahrzeugen in ihrem eigenen Land unterschiedlich sind. In Deutschland zum Beispiel ist der Einbau von Alarmanlagen mit Sprechfunktion nicht erlaubt, und die Betreiber müssen mit hohen Geldstrafen rechnen, wenn sie gegen die Vorschriften verstoßen. Wenn Sie als britischer Unternehmer Ihre Flotte mit dem Safe System ausstatten und Ihre Fahrzeuge regelmäßig nach Deutschland fahren, sollten Sie daher keinen Warnalarm mit Sprachausgabe einbauen. Empfehlenswerte Alternativen sind White Sound® Rückfahrwarner, wie der bbs-tek® White Sound Rückfahrwarner von Brigade und der bbs-TI Blinkerwarner.

Die jüngsten Aktualisierungen der Straßenverkehrsordnung im Vereinigten Königreich haben mit der Einführung der Highway Code Hierarchy auch Auswirkungen auf Lkw. Diese Änderungen haben zur Folge, dass Lkw-Fahrer nun die größte Verantwortung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern tragen und im Falle eines Unfalls eher die Schuld auf sich nehmen müssen. Dies macht die Fahrzeugsicherheitstechnik im Vereinigten Königreich wichtiger denn je, und viele Betreiber entscheiden sich deshalb für die Ausrüstung ihrer Fahrzeuge mit den DVS-Empfehlungen.

Der deutsche Abbiegeassistent

Ab Juli 2022 müssen alle Lang-Lkw in Deutschland, die mehr als 60 Tonnen wiegen und 25,25 Meter lang sind, einen Abbiegeassistenten erhalten. Außerdem wird empfohlen (aber noch nicht vorgeschrieben), dass Lkw über 7,5 Tonnen mit einer Seitenkamera und einem Seitensensor-Warnsystem ausgestattet sein müssen, um den Fahrer vor Gegenständen und Personen im toten Winkel zu warnen – dies ist besonders wichtig, wenn das Fahrzeug nach rechts abbiegt.

Wien

Die deutschen Abbiegeassistent-Regeln gelten auch in Wien, Österreich.

Frankreichs Gesetzgebung zur Straßenverkehrssicherheit

Ab Januar 2021 gelten in Frankreich neue Sicherheitsvorschriften, wonach alle Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen, unabhängig davon, ob sie für den Güter- oder den Personenverkehr eingesetzt werden, Aufkleber für den toten Winkel tragen müssen. Diese als "angles morts" bezeichneten Aufkleber müssen sowohl an den Seiten als auch am Heck des Fahrzeugs deutlich und in geeigneter Weise angebracht werden, um andere über die toten Winkel des Fahrzeugs zu informieren. Lkw, die in Frankreich ohne die entsprechenden Aufkleber unterwegs sind, müssen mit einem Bußgeld von bis zu 750 € rechnen.

Darüber hinaus sollten Kraftfahrzeuge mit einem oder mehreren indirekten Sicherheitssystemen, wie z. B. Spiegeln, ausgestattet sein, deren Sichtfeld keinen toten Winkel einschließt, der ein vorbeifahrendes Fahrzeug verdecken könnte. Die Bedienelemente dieser Einrichtungen sollten für den Fahrer auch während der Fahrt leicht zugänglich sein.

Im Rahmen dieser Vorschriften wird den Betreibern empfohlen, ihre Fahrzeuge mit dem britischen DVS Safe System auszustatten. Die DVS Safe System Kits von Brigade sind in zwei verschiedenen Ausführungen erhältlich – eine für starre Fahrzeuge und eine für Gelenkfahrzeuge. Beide Kits entsprechen der DVS sowie allen relevanten regionalen Gesetzen in der EU, so dass Flottenbetreiber sicher sein können, dass die Systeme alle erforderlichen Anforderungen erfüllen.

Brigade Electronics stellt die Fahrvorschriften in Großbritannien und Europa vereinfacht dar

Um diese Regeln und Fahrvorschriften in Großbritannien und Europa zu veranschaulichen, hat Brigade eine praktische Infografik erstellt, die eine länderspezifische Zusammenfassung der Sicherheitsvorschriften bietet.